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UMR 8215 - Trajectoires

21 Allée de l'Université
92023 NANTERRE CEDEX

MK-Projekt - Anfänge sozialer Komplexität :


Erdwerke, Rohstoffnutzung und Territorialität im Neolithikum

Deutsch-französische Forschungen zur Michelsberger Kultur.


Das MK-Projekt ist ein deutsch-französisches Forschungsprogramm (2010-2014), das gemeinsam von der ANR (Agence Nationale de la Recherche) und der DFG (Deutsche Forschungsgemeinschaft) gefördert wird. Das Projekt wird hauptsächlich von der UMR 8215 Trajectoires (CNRS, Universität Paris 1-Panthéon-Sorbonne, INRAP), dem DAI (Deutsches Archäologisches Institut), dem RGZM (Universität und Museum Mainz) sowie dem Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt getragen.

Allgemeines Projektziel: Von der materiellen Kultur zur Strukturierung des Siedlungsraums: monumentale Erdwerke, Ressourcennutzung und Territorialität im Neolithikum Das MK-Projekt hat sich zum Ziel gesetzt, ein entscheidendes Moment unserer Geschichte zu untersuchen. Um 4500 v. Chr. finden in den prähistorischen Agrargesellschaften tiefgreifende Veränderungen, wirtschaftlicher, sozialer, technischer und kultureller Art statt. Am markantesten ist mit Sicherheit das Auftreten von großen, mit komplexen Graben- und Palissadensystemen umgebenen Anlagen in der Landschaft. Insgesamt lässt sich eine intensive Nutzung der natürlichen Rohstoffe wie Felsgestein, Silex, Salz, etc. beobachten, die gleichzeitig klare Anzeichen für soziale Differenzierung erkennen lässt. Ziel des Forschungsprogrammes ist eine detaillierte Untersuchung der Ursachen, Erscheinungsformen und Folgen dieser frühen Prozesse sozialer Komplexität in Nordwesteuropa. Die Michelsberger Kultur (MK), die sich zwischen 4200 und 3600 v. Chr. über ein Gebiet von der Normandie im Westen bis nach Sachsen-Anhalt im Nordosten erstreckt, das je zur Hälfte in Frankreich und in Deutschland liegt, wurde ausgewählt, da die zur Verfügung stehenden Daten umfangreich sind, aber nicht zusammenfassend ausgewertet wurden. Zudem besteht auf wissenschaftlicher Ebene eine lange Tradition deutsch-französischer Zusammenarbeit, die gegenseitigen Methodenaustausch ermöglicht.